Liebe Leser,

das Zitat des US-Ökonomen Burton Malkiel „Ein Affe mit verbundenen Augen, der Dartpfeile auf die Finanzseiten einer Zeitung wirft, könnte ein Portfolio auswählen, das genauso gut funktioniert wie ein von Experten sorgfältig ausgewähltes“, wurde auch von mir, als Verfechter des wissenschaftlichen Ansatzes zur Portfolio-Optimierung, auf meinen Vorträgen schon häufig zitiert. Forscher von Research Affiliates überprüften die These und kamen erstaunlicherweise zu dem Ergebnis, dass Malkiel falsch lag. Die Affen lieferten in ihrem Experiment nicht bessere, sondern sogar viel bessere Arbeit als die Fraktion der aktiven Fondsmanager.

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Grafik: Mit freundlicher Genehmigung von Dimensional Fund Advisors.

Viele Anleger gehen bei Ihren Investmententscheidungen noch immer davon aus, dass es möglich ist, mit der aktiven Auswahl von Aktien oder Anleihen regelmäßig höhere Renditen zu erzielen als der entsprechende Markt. Dabei ist es längst wissenschaftlich belegt, dass niemand die am Kapitalmarkt durchschnittliche Rendite nach Kosten dauerhaft übertreffen kann (Mehr dazu lesen). Das Zitat mit den Affen zeigt anschaulich, was die wissenschaftliche Finanzmarktforschung seit langem belegt: Aktives Fondsmanagement, das auf Prognosen oder sog. Experten- oder Insiderwissen setzt, ist nachhaltig nicht erfolgreich (siehe auch Grafik). Dieser Ansatz basiert auf Spekulation und trifft allenfalls zufällig den Marktverlauf, meist jedoch nicht. Ca. 95% aller Anleger verfallen aber weiterhin der Sehnsucht nach dem versprochenen Erfolg und werden immer wieder in ihrer berechtigten Erwartung, positive Investmenterfahrungen zu machen, enttäuscht. Hinzu kommt, dass die aktiv gemanagten Anlageprodukte in der Regel mit wesentlich höheren Kosten verbunden sind als prognosefreie Anlagealternativen, wie Indexfonds, ETFs (Exchange Traded Funds) oder evidenzbasierte Anlageklassenfonds (EAFs). Selbst bei noch akzeptabler Anlage-Performance führt dies bei aktiv gemanagten Anlageformen zu schlechter Anleger-Performance, weil in der ausgewiesenen Totalkostenquote (TER) ein Großteil der tatsächlich anfallenden Kosten aktiv gemanagter Fonds, nicht einmal enthalten ist (z.B. die Transaktionskosten).

Doch keine Sorge, Sie müssen jetzt nicht würfeln oder mit Affen Dart spielen gehen. Setzen Sie zukünftig auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Finanzwissenschaft, indem auch Sie in spekulations- und prognosefreie, evidenzbasierte Anlageklassenfonds investieren. Wenn ich Ihr Interesse an dieser erfolgreichen Form des Investierens wecken konnte, besuchen Sie einen meiner nächsten Vorträge oder vereinbaren Sie einen Gesprächstermin mit mir.

Ihr Michael Schiffer